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Schmutzkampagne mit M´Barek

Schmutzkampagne mit M´Barek

Schmutzkampagne mit M´Barek - © youtube.com/jeepgermany

Der Schauspieler M´Barek macht eigentlich alles, was er anfasst, zu Gold. Im neuesten Fall allerdings eher zu Schmutz. Die Social-Media-Kampagne von Jeep wühlt reichlich Staub auf. Oder fährt sie sich bald fest?

"Gib Deinem Jeep, was er vermisst!" Mit dieser Call-to-Action geht Fiat-Chrysler gerade ins Rennen um den meist belächelten Pseudo-SUW des Landes. Der kleine "Renegade" (was so viel wie "Aufständischer" oder "Abtrünniger" bedeutet) bleibt in den Regalen stehen und soll seinem Image als knuddeliges Spaßauto endlich entkommen. Der Renegade ist nämlich dank seiner Maße und seines Teddy-Blickes nichts für echte Kerle. Und Frauen fahren in der Regel keine für die Stadt unsinnigen SUW. Also musste ein Weg her, das Ding zum Stadtgespräch zu machen.

Ironie soll helfen

Die Düsseldorfer Werber von "Parasol Island" haben schon Porsche, BMW und Audi auf die Sprünge geholfen. Jetzt waren sie also für einen "Kleinwagen" am Zug. Männlicher machen? Ok, da muss ein Testimonial her, das als Identifikationsobjekt junger Männer taugt. Gleichzeitig wäre ein Frauenschwarm gut, der Frauenherzen beim Spot nicht gelangweilt weggucken lässt. Man fand (genau!) Elyas M'Barek. Der hatte "Orangina" schon zu Kultgetränk-Charakter verholfen (zumindest unter 16-Jährigen). Und seit "Fack Ju Göthte" liegt ihm auch die jüngste Generation samt Müttern und Vätern zu Füßen. 

www.marketingfish.de/aktuell/werbung/-fack-ju-goehte-2-voll-krasses-prodakt-plaessment-1001076/

Als Erstes entstand ein Werbespot, in dem M'Barek als Superheld mit Drang nach Freiheit und Abenteuer auftaucht. Er flitzt mit dem Auto durch den Wald und wirft sich dann auf kühle Erde. Nur den hinzulaufenden Wolf vermissen wir schmerzlich (der Zoo wollte wohl zu viel Moos).

Flash ist Pflicht!

Abenteuer aus der Dose

"Abenteuer, Du fehlst mir" ist die Botschaft des Spots. Eher unfreiwillig komisch, denn im Umkehrschluss heißt das, daß weder der Akteur noch die typische "Jeep"-Zielgruppe irgendwas Aufregendes erleben. "Ein Auto für gut frisierte Schluffis" hätte als Claim also auch gepasst. 

Doch die Kampagne wäre im Allerlei versandet, wenn sie nicht noch einen Clou in Sachen Social-Media aufweisen würde. Denn neben dem Testimonial bieten die Werber noch ein Gewinnspiel auf. Das Objekt der Begierde ist ein sehr ansehnliches Beispiel für "Branded Design": Ein Dose "Mud Mask" für das Auto. Die Schlammpackung wird nur in einer Edition von 75 Stück angeboten. Eine Handvoll Schmutz zum Aufbringen auf dem Kühler. "Durch Hinzugabe verschiedener Zutaten wie Wasser und Blätter, kann man so schnell und einfach die unterschiedlichsten Abenteuer-Looks nachempfinden", meint die Microsite.

Weniger das Auto als die Dose machen mittlerweile eine schöne Ehrenrunde durch die Sozialen Medien. 

https://www.facebook.com/JeepDeutschland

Die Idee, seinem Geländewagen künstlich den Anschein zu geben, er würde echte Tracking-Touren fahren, hatten schon viele. Im Netz gibt es entsprechende Schönheitsprodukte zu kaufen.

www.alberne-sachen.de/sprayonmud

Die Kampagne hat nur ein Problem: Das Image, der Wagen hätte keine echte SUW-Qualitäten, wird davon nur noch untermauert. Echte Kerle werden also nun erst Recht nicht zu dem Spaßauto greifen. Ob die weibliche Zielgruppe den Gag versteht und sich für die Kiste erwärmen wird, werden die Absatzzahlen zeigen. Die lustige Kampagne hätte es verdient.

 

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