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Think global, act local: Google wird Ländersache

Veröffentlicht am 01.04.2013

Marketing-Themen: Corporate Design, Corporate Identity, Internationalisierung, Logos, Regionalmarketing, Google

„Google“ wird in Deutschland zu „Guugel“

„Google“ wird in Deutschland zu „Guugel“ - © google.com, marketingfish.de

Google will seine regionale Verantwortung stärker betonen. Erste Maßnahme: Eine (un)sanfte Namensanpassung.

Im Zuge einer umfassenden globalen Restrukturierung will der Suchmaschinengigant aus dem kalifornischen Mountain View seine weltweite Verantwortung stärker hervorheben und sich als „Landessuchmaschine“ neu positionieren. Damit einher geht ein radikaler Schnitt, denn der bisher bekannte Name wird in Zukunft ausschließlich im englischsprachigen Raum Verwendung finden.

Lech Parrisz, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Google, dazu: „Wir sind eine global tätige Firma, werden aber nach wie vor als US-amerikanisches Unternehmen wahrgenommen. Dabei beschäftigen wir alleine in Deutschland über 500 Mitarbeiter“. Dies soll sich, so Parrisz, nun ändern und die Suchmaschine soll als „Ländersache“ identifiziert werden.

Aus Google wird Guugel

 

Der Clou bei der Namensänderung: An der Aussprache wird sich nichts ändern! Google wird sich in den Ländern jeweils einen Namen geben, der gewissermaßen in Lautschrift die Aussprache wiedergibt. So wird in Deutschland aus Google in Zukunft Guugel. Damit einher geht eine Anpassung diverser anderer Dienste, so wird etwa aus Google Maps bald Guugel Karten, aus Google Alerts in Zukunft Guugel Alarm. Die meisten Umbenennungen sind logisch und selbsterklärend, so Parrisz. Kein Mensch würde sich bei Guugel Bücher nach der alten Bezeichnung Google Books zurücksehnen. Auch der Duden reagierte schnell und änderte bereits in seiner Onlineausgabe das Verb „googeln“ in „guugeln“:

Liza Sperrch, Pressesprecherin des Dudenverlages: „Wir wurden in der Vergangenheit für die Aufnahme des Verbs ‚googeln‘ regelrecht angefeindet. Die Eindeutschung kommt nun allen Verfechtern der Reinheit der deutschen Sprache – und nebenbei bemerkt auch uns – sehr entgegen“.

Besonders charmant: Auf phonetische Feinheiten im deutschsprachigen Raum nimmt Google, nein: Guugel, sympathisch Rücksicht und beschert den Nachbarn jeweils einen eigenen Namen. So wird man sich in Österreich demnächst an Guggel gewöhnen müssen:

Für sanften Spott sorgte hingegen die Namensänderung bei den Eidgenossen, in der Schweiz fremdelt man ein wenig mit der Namenswahl:

Andere Länder, andere Namen

 

Härter trifft es da schon unsere Nachbarn in Frankreich. Um trotz neuem Namen die alte Sprachweise beibehalten zu können, bedurfte es eines linguistischen Tricks. Denn das „g“ wird im Französischen zu einem „dsch“. Herausgekommen ist ein Wortungetüm, denn nur durch ein angehängtes „h“ bewirkt man, dass ein „g“ auch wie ein „g“ ausgesprochen wird:

Die Bildungsministerin von Frankreich, Claire Prehsz, zeigt sich dennoch begeistert: „Wir begrüßen ausdrücklich die Umbenennung von Google in Ghoughaille, zeugt dies doch von großem Respekt vor der französischen Sprache. Und wir sind sicher, dass nach einer kurzen Umgewöhnungsphase niemand mehr an den alten Namen denkt“. Prehsz ergänzte, dass sie sich solch ein Vorgehen auch von anderen global tätigen Unternehmen vorstellen könne, sie hoffe, dass man noch während ihrer Amtszeit seine Hamburger bei Mecdonalds und sein iPhone bei Aippél kaufen könne.

Und die Reaktionen aus Deutschland?

 

Laut diverser Presseberichte herrscht überraschende Einigkeit: Bundesbildungsministerin Wanka äußert sich voller Lob über den Schritt Googles: „Selbstverständlich begrüßen wir jede Vermeidung von Anglizismen. Dass man in Zukunft nach Informationen ‚guugeln‘ kann, zeigt erfreulich eindeutig, dass man auch in Übersee den Wert der deutschen Sprache erkannt hat“. 

Marcel Reich-Ranicki, Publizist und Literaturkritiker, bekannte. „Ich habe mich in der Vergangenheit schon des Öfteren selbst gegoogelt. Dass ich dies nun zukünftig unter einem schönen deutschen Verb veranstalten darf, erfüllt mein Herz mit Freude“.

Der „deutsche Sprachpapst“ (und nebenbei auch als „Scharfrichter des Wortes“ titulierte) Journalisten-Ausbilder Wolf Schneider fand hingegen eindeutige Worte: „Ich rate meinen Journalistenschülern seit Jahren, sich nicht auf Informationen zu verlassen, die die sogenannten ‚Suchmaschinen‘ auf Knopfdruck ausspucken. Ob diese nun Google oder Guugel heißen macht keinen Unterschied“.

Der marketingfish fragt: Was meinen Sie zu der Umbenennung? Werden Sie Google vermissen? Oder finden Sie, dass die Strategie gerade in Zeiten der Rückbesinnung auf regionale Eigenheiten ein Schritt in die richtige Richtung ist?

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