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Renault: Missglückte Kampagne, Kuhfürze und wütende Bauern!

Veröffentlicht am 12.04.2012

Marketing-Themen: TV-Werbung, Werbeanzeigen

Wer wirbt, sollte aufpassen, womit er wirbt.

Wer wirbt, sollte aufpassen, womit er wirbt. - © Renault, Youtube

Renault startete eine Werbekampagne, bei der furzende Kühe eine Rolle spielen. Den Kühen war das wohl egal. Aber die Bauern waren sauer.

Wer eine Werbekampagne startet, sollte genau aufpassen, womit er wirbt. Renault warb für Elektroautos damit, dass „Emissionen von Kühen“ die Ozonschicht ebenso sehr angreifen wie ein Kleinwagen. Der Bauernverband fand die Werbekampagne von Renault nicht sehr witzig. Renault machte einen Rückzieher und hat Werbegeld verloren. Schade eigentlich.

Kühe und Autos - was ist passiert?

„Die Jahresemissionen einer Kuh sind so zerstörerisch wie ein Kleinwagen“, hieß es in einer Werbekampagne von Renault für Elektroautos. Übersetzt heißt das: All das, was einer einzigen Kuh innerhalb eines Jahres an Flatulenzen entweicht, entfaltet dieselbe zerstörerische Wirkung wie die Abgase kleiner Autos. Das ist ein eindrucksvolles und gut nachvollziehbares Bild, das jedoch nicht jedem gefiel. Dr. Helmut Born, der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), verurteilte die Aussage in der Werbekampagne als völligen Fehlgriff. Renault gab bei und zog die Werbekampagne zurück.

Renault war nicht der Erste

Mercedes hat Ende letzten Jahres etwas Ähnliches wie Renault gemacht. "Mehr als 200 Pferde und weniger Emissionen als eine Kuh". So hieß der Slogan der Mercedes Werbekampagne für seine M-Klasse (Geländewagen). Auch hier wurde Dr. Born aktiv. Er verteidigte die Kuh als idealen Ressourcen-Nutzer, der hochwertige Nahrungsmittel für Menschen produziert, was kein Geländewagen schaffe. Das Ergebnis war dasselbe. Die Werbekampagne von Mercedes verpuffte genauso wie später die von Renault. Daimler zog die Anzeige zurück.

Werbung zwischen Reiz und Gereiztheit

Werbekampagnen sollten eindrucksvoll sein, bisweilen witzig. Sie sollten Werbebotschaften verständlich und einprägsam vermitteln, um einen Kaufreiz zu schaffen. Der Vergleich von Autos und furzenden Kühen, den Mercedes und Renault wählten, wirkt auf den ersten Blick so, als erfülle er die Anforderungen für eine gute Werbekampagne. Aber es zeigt sich, dass viele Befindlichkeiten von anderen Interessengruppen zu berücksichtigen sind, was Marketing nicht einfacher macht. Einen wirklichen Shitstorm mussten Renault und Mercedes nicht ertragen, aber ein Kuhfurz ist auch nicht immer lustig für Autobauer.

Und hier geht's zum Video von Renaults Werbekampagne:

  

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