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PR-GAU: Hoch Cooper lässt BMW erstarren

Veröffentlicht am 08.02.2012

Marketing-Themen: Pressearbeit, Social-Media-Marketing, Krisenmanagement

Hoch „Cooper" wurde für BMW mit Eis-Chaos in ganz Europa zum PR-GAU.

Mit Eis-Chaos in ganz Europa wurde Hoch „Cooper" für BMW zum PR-GAU. - © lassedesignen - Fotolia.com

Es war als Werbegag geplant, doch der Schuss ging nach hinten los und wurde zum PR-GAU: Hoch Cooper beschert dem Mini von BMW eisige Stimmung.

Eigentlich lässt das Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin, das für die Vergabe von Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete zuständig ist, keine Marken- oder Firmennamen zu. Was für ein (vermeintliches) Glück für BMW, dass Cooper in Australien unter den beliebtesten Vornamen auf Platz fünf liegt.

So wurde der von einer Mitarbeiterin der für BMW tätigen Agentur Sassenbach Advertising eingereichte, dem BMW-Kleinwagen „Mini Cooper" entlehnte Name problemlos akzeptiert – und der PR-GAU nahm seinen Lauf...

Vom winterlichen Werbegag zum PR-GAU


Das Procedere bei der Namensvergabe ist stets gleich: Seit 1998 Jährlich wechselnd (nach Beschwerden, dass Tiefs bis dato stets mit Frauennamen versehen wurden), werden die Hoch- und Tiefdruckgebiete alphabetisch aufsteigend mit männlichen und weiblichen Vornamen benannt. Ende Januar war dann im Alphabet das „C“ erreicht und Hoch Cooper sollte dem Mini aus dem Hause BMW zu positiver Präsenz in Nachrichten und Wettermeldungen verhelfen. Für 299 Euro eigentlich Marketing zum Schnäppchenpreis. Auf der konzerneigenen Facebook-Seite wurde das Ereignis freudig vermeldet: „Ab heute könnt ihr euch auf einen Wetterbericht der besonderen Art freuen. Denn MINI hat eine Wetterpatenschaft übernommen und beschert euch jetzt Hoch ‚COOPER‘“.



Ein Link zur Homepage verhieß noch mehr Wetterfreuden. Unter der Überschrift „Mini macht das Wetter“ war zu lesen: „Hohe Geschwindigkeiten und Leidenschaft beweist MINI auch beim Wetter: Ab heute können Sie sich auf wahrhaft klangvolle Wetterberichte freuen. Denn MINI gibt jetzt beim Wetter den Ton an“. Und weiter: „MINI startet stilecht – wie sollte es anders sein – mit einem Hoch ins neue Jahr. Es heißt COOPER und sagt uns wunderbares Wetter voraus.“

Das „wunderbare Wetter“ entpuppte sich allerdings schnell als Wetter-Katastrophe in ganz Europa. Schon jetzt sind mehr als 250 Kältetote zu beklagen – für BMW ein PR-GAU erster Güte. Dort gibt man sich zwar zerknirscht, man habe selbstverständlich nicht ahnen können, dass Hoch „Cooper“ derart verheerende Auswirkungen haben könnte. Doch anscheinend verfährt man nach dem Motto „Es gibt keine schlechte Publicity“ und belässt sowohl das Posting auf  Facebook als auch die vollmundigen Versprechungen auf der Homepage. Ein Rückzieher wäre wohl das Eingeständnis, dass man da einen veritablen PR-GAU „ausgeheckt“ (Zitat von der BMW-Homepage) hat.

Das nächste Tief heißt übrigens „Dieter“, eingereicht von der Karnevalsgesellschaft Narrhalla aus Phillipsburg, und wird sich wohl auf den letztjährigen Karnevalsprinzen beziehen. Man möge ihm wünschen, dass das nach ihm benannte Tief nur Frohsinn verbreitet....

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